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Caravan Gut angekuppelt

Caravaning gewinnt kontinuierlich mehr Freunde. Sie schätzen nicht nur die Naturverbundenheit und Flexibilität dieser Reiseform, sondern auch den sehr hohen Komfort im eigenen Caravan.
Doch das Fahren mit Anhängern ist schwierig und komplex. Es wirken andere fahrphysikalische Eigenschaften als bei einem Pkw: Lenkung, Bremsweg und Fahrstabilität sind stark verändert.
Gespanne zu lenken erfordert somit einen anderen Fahrstil. Kfz-Experte Uwe Rowold gibt Tipps rund um das Fahren mit dem Wohnanhänger.

Beladen
Falsches Beladen von Auto und Wohnwagen führt zu gravierenden Beeinträchtigungen der Fahrstabilität und des Bremsverhaltens. Bei auftretenden Schlingerbewegungen des Wohnanhängers sollten Sie sofort den Reifendruck und die Beladung prüfen. Die im Krz-Schein eingetragene zulässige Anhängelast (Gewicht des Anhängers plus Beladung) darf keinesfalls überschritten werden – andernfalls erlischt die Betriebserlaubnis. Nehmen Sie trotz verlockend grosser Stauräume nicht zubiel mit. Sie sparen zum Beispiel viel Gewicht, wenn Sie im Frischwassertank nur soviel Wasser mitnehmen, wie Sie tatsächlich benötigen.
Zwei einfache Grundregeln helfen, den Wohnanhänger richtig zu beladen:
Schwere Gegenstände gehören in Bodennähe auf bzw. zwischen die Achsen. Das stabilisiert die Strassenlage. Stauräume für grosse und schwere Gegenstände sollten mit Gummimatten ausgelegt werden, um ein Verrutschen zu vermeiden. Leichtes Gepäck wie Kleidung Verstauen Sie am besten in den oberen Schränken.
 

Fahren
Für den Fahranfänger ist es nicht einfach, Gespann zu fahren – Zugfahrzeug und Anhänger beeinflussen sich gegenseitig. Angebote zu Fahrsicherheitstrainings bieten die grossen Automobilclubs an. Bedingt durch die Masse des Wohnanhängers ist der Fahrer auf die beiden Aussespiegel angewiesen, der gewohnte Blick in den Rückspiegel ist sinnlos. Üben Sie vor einer Anhängerfahrt erst einmal ohne Wohnwagen das Fahren mit den Aussenspiegeln.
Holen Sie bei engen Kurven weit aus, immer die äusserste Linie des Kurvenradius im Blick. Zu enge Kurven bewältigen Sie gerade noch mit dem Zugfahrzeug, der Wohnwagen jedoch könnte hängen bleiben. Lassen Sie sich beim Rückwärtsfahren von einer weiteren Person einweisen. Und bleiben Sie vor allem auch dann ruhig, wenn das Manöver nicht gleich beim ersten Mal funktioniert.

Caravan im Rückspiegel
Üben Sie vor einer weiten Anhängerfahrt
unbedingt das Fahren mit den Aussenspiegeln.

Am besten, Sie üben das Fahren mit dem Anhänger vor der grossen Urlaubsfahrt auf einem sicheren Gelände oder auf wenig befahrenen Strassen. Denn nur der, der das «Eigenleben» seines Gespannes kennt, reagiert in Grenzsituationen richtig.
Fahren Sie nicht schneller als die Tempoangaben es erlauben und niemals schneller als 100 km/h. Wer schneller fährt, riskiert eine Instabilität des Wohnwagens, die Unfallgefahr steigt.
Überprüfen Sie vor und während der Urlaubsfahrt die Deichselöse. Hat sie zu viel Spiel, lässt sich der Anhänger nicht mehr sicher ziehen. Auch sollten Anhängerkupplungen mit 14-poligen Anschlussdosen ausgerüstet sein. So kann zum Beispiel die Nebelschlussleuchte des Anhängers mit Strom versorgt und die des Zugwagens abgeschaltet werden (Eigenblendung).
Kontrollieren Sie vor Antritt jeder Fahrt stets die Beleuchtung (Stand- und Bremslicht, Blinker und Nummernschildbeleuchtung) Ihres Wohnanhängers.

Reifen einmaleins
Wie beim Pkw gehören gute Reifen zum Standard. Da Reifen bei Wohnanhängern kaum abnutzen, werden sie von den Fahrern auch kaum erneuert. Aber: Alte Reifen sind ein Sicherheitsrisilo. Wechseln Sie die Reifen mondestens alle sechs Jahre. Kontrollieren Sie auch stets den Reifendruck. Nicht nur vor der Urlaubsfahrt, sondern bei jedem zweiten Tankstopp.
 

Gefährliches Aufschaukeln
Fahrzeuge mit Wohnanhängern sind schwer zu beherrschende Gefährte, gerade dann, wenn abrupte Lenkmanöver oder Seitenwind den Wohnanhänger zu Pendelschwingungen führen. Diese Schwingungen können sich so gefährlich aufschaukeln, dass sogar der Anhänger umstürtzen kann. Dieses Phänomen wird umso stärker, je höher die gefahrene Geschwindigkeit und das Anhängergewicht sind. Wenn Sie als Fahrer Pendelbewegungen spüren, nehmen Sie sofort Gas weg und bremsen Sie kurz und kräftig ab, damit sich das Gespann wieder stabilisiert.
Besonders anföllig sind Gespanne auch für Seitenwind. Die meist geraden Linien der Anhänger machen es dem Winde leicht, seine Kraft auf die Seiten zu bringen. Deshalb: Vor Brücken, Waldschneisen und Bergkuppen Tempo verringern, vorsichtig und vor allem achtsam fahren. Wechseln Sie auf keinen Fall die Spur und überholen Sie nicht.

Flüssiggas unter Kontrolle
Führen Sie Flüssiggas mit, achten Sie sorgsam auf dessen richtige Handhabung. Besteht der Verdacht auf Gasaustritt, öffnen sie sofort die Tür und vermeiden Sie jegliche Zündquellen, z.B. das Betätigen von Lichtschaltern.

Anhängen des Caravans
Wichtig ist das genaue Prüfen der Deichsel-
öse. Hat sie zu viel Spiel, kann der Anhänger nicht mehr gezogen werden.

Flüssiggas ist schwerer als Luft, deshalb gilt: Gasmelder, die es im Zubehörhandel gibt, immer am tiefsten Punkt des wageninnern befestigen. Der TÜV Süddeutschland mahnt, die Flüssiggas-Anlage erstmalig von Fachleuten und wiederkehrend alle zwei Jahre von Prüfstellen kontrollieren zu lassen. Viele Campingplatzbesitzer achten auf den Prüfaufkleber!

Der sichere Check
Wer ganz sicher gehen will, der sollte seinen Wohnwagen vor jeder Urlaubsfahrt von den Profis der Kfz-Prüfstellen durchchecken lassen. Geprüft werden Fahrwerk, Bereifung, Bremsanlage und die Beleuchtungseinrichtung.
 

Temporegeln in Europa für Gespann auf
  Autobahnen Landstrassen
Deutschland 80 km/h  
Belgien 80 km/h 80 km/h
Bulgarien 80 km/h 80 km/h
Dänemark 80 km/h 80 km/h
Frankreich 80 km/h 80 km/h
Griechenland 80 km/h 80 km/h
Italien 80 km/h 80 km/h
Kroatien 80 km/h 80 km/h
Luxemburg 80 km/h 80 km/h
Niederlande 80 km/h 80 km/h
Österreich 80 km/h 80 km/h
Polen 80 km/h 80 km/h
Portugal 80 km/h 80 km/h
Schweiz 80 km/h 80 km/h
Spanien 80 km/h 80 km/h
Ungarn 80 km/h 80 km/h

Quelle: ADAC

Der ADAC weist ausdrücklich darauf hin, dass bei Unfällen mit Gespannen mit einer Geschwindigkeit über 100 m/h immer mit Einschränkungen bei der Versicherungsleistung gerechnet werden muss.

Fahrsicherheitstrainings für Gespann-Fahrer:

Alle grossen Automobilclubs bieten verschiedene Trainings für das Fahren mit Gespannen
an, wie zum Beispiel
• der ADAC in Deutschland, Info-Tel. 0049 (0)180/5 10 11 12, www.adac.de
• der TCS in der Schweiz, Info-Tel. 0041 (0)43/8 43 10 00, www.tcs.ch
• der ÖAMTC in Österreich, Info-Tel. 0043 (0)1/7 11 99-0, www.oeamtc.at

Quelle: DAEWOO und Du, März 2003

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